Solidaritätserklärung & Spendenaufruf nach Neonazi-Gewalt!

Am Abend des 20. März 2016 warfen vermutlich Neonazis einen sogenannten Polenböller auf den Hof eines Wohnhauses in der Oberstraße in Burg und verletzten dadurch einen 23-Jährigen Antifaschisten schwer an der Hand. Durch die Explosion wurde u.a. der linke Zeigefinger des Betroffenen derart zerfetzt, dass ein Teil dessen später im Krankenhaus amputiert werden musste. Bereits in den Wochen zuvor kam es im Bereich der Oberstraße immer wieder zu Einschüchterungsversuchen und Übergriffen durch Neonazis weshalb wir davon ausgehen, dass diese auch für den jüngsten Vorfall verantwortlich sind. In der Oberstraße leben einige Menschen, die sich aktiv gegen menschenverachtendes Gedankengut zur Wehr setzen.

Wir haben deshalb eine Erklärung verfasst, um auf die Neonazi-Aktivitäten der letzten Wochen aufmerksam zu machen und unsere Solidarität mit all jenen zu zeigen, die zuletzt Opfer neonazistischer Gewalt wurden. Die Rote Hilfe hat außerdem zur finanziellen Unterstützung der Betroffenen ein Spendenkonto eingerichtet. Die Einnahmen sollen u.a. dafür genutzt werden, das Gelände in der Oberstraße vor weiteren Neonaziübergriffen besser zu sichern.

Weiterhin gilt außerdem: Informiert euch über den antifaschistischen Selbstschutz und bringt euch mit ein – Handelt vorausschauend, aber entschlossen und konsequent!

Hinweis: Die Soli-Erklärung mit Spendenaufruf bekommt ihr zum Verteilen in gedruckter Form, u.a. im Burg Theater (Magdeburger Straße 4). Sie ist außerdem als Kopiervorlage (PDF) zum Selbstausdrucken verfügbar.

Solidaritätserklärung und Spendenaufruf:

Am Abend des 20. März 2016 warfen vermutlich Neonazis einen sogenannten Polenböller auf den Hof eines Wohnhauses in der Oberstraße in Burg (Sachsen-Anhalt) und verletzten dadurch einen 23-Jährigen Antifaschisten schwer an der Hand. Durch die Explosion wurde u.a. der linke Zeigefinger des Betroffenen derart zerfetzt, dass ein Teil dessen später im Krankenhaus amputiert werden musste. Bereits in den Wochen zuvor kam es im Bereich der Oberstraße immer wieder zu Einschüchterungsversuchen und Übergriffen durch Neonazis weshalb wir davon ausgehen, dass diese auch für den jüngsten Vorfall verantwortlich sind. In der Oberstraße leben einige Menschen, die sich aktiv gegen menschenverachtendes Gedankengut zur Wehr setzen und deshalb zuletzt immer wieder Ziel von Neonaziaktionen geworden sind.

So wurden beispielsweise mehrfach Hakenkreuze und Morddrohungen gegen einige Bewohner_innen an das Eingangstor und an eine Mauer auf der gegenüberliegenden Straßenseite des betroffenen Wohnhauses gesprüht. Eine Überwachungskamera, welche über dem Eingangstor angebracht war, wurde zerstört. Nach einer rechten „Mahnwache“ gegen angebliche linke Gewalt in der Kleinstadt versuchten am 19. Februar 2016 etwa 15 Neonazis, sich gewaltsam Zugang zu dem Wohnhaus in der Oberstraße zu verschaffen, wobei sie das Eingangstor beschädigten. In den darauffolgenden Tagen waren in unmittelbarer Umgebung immer wieder Gruppen von Neonazis unterwegs.

Neben diesen Einschüchterungsversuchen gegen die betroffenen Bewohner_innen in der Oberstraße und dem Versuch, auf das Gelände vor dem Wohnhaus zu gelangen, kam es im Stadtgebiet in den letzten Wochen zu weiteren Neonaziaktionen: Beispielsweise wurde Anfang März versucht, die Fensterscheibe der Wohnung eines Antifas einzuwerfen, der seit Jahren immer wieder im Visier der Neonazis steht, in deren unmittelbarer Nähe auch die rechte „Mahnwache“ vom 19. Februar 2016 stattfand. Darüber hinaus marschierten am 06. März 2016 rund 70 Neonazis aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg gegen die antifaschistischen Strukturen aus der Stadt auf, kündigten an, auch zukünftig in Burg zu marschieren und veröffentlichten in den darauffolgenden Tagen mehrere Namen von vermeintlichen Antifas im Internet.

Allein diese Ereignisse machen wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist – gerade in der (ost)deutschen Provinz – gegen Neonazis aktiv zu sein und sich ihnen entschlossen entgegenzustellen. Überall wo diese versuchen ganze Gebiete in ein No-Go-Areas für Menschen zu verwandeln, die nicht in ihr menschenverachtendes Bild passen, dürfen ihre Aktivitäten nicht unbeantwortet bleiben. Es muss ihnen deutlich gemacht werden, dass ihr Handeln Konsequenzen nach sich ziehen wird, die ihre Strukturen schwächt und bestmöglich über einen längeren Zeitraum handlungsunfähig macht. Die Gewalt der Faschisten kann jede/n treffen und ist deshalb auch immer ein Angriff auf uns alle, die sich für eine fortschrittliche Gesellschaft und für ein besseres Leben einsetzen. Diese Angriffe gilt es zurückzuschlagen, öffentlich zu machen und die Betroffenen nicht allein zu lassen.

Wir solidarisieren uns deshalb ausdrücklich mit den Bewohner_innen der Oberstraße, die zuletzt immer wieder Ziel des rechten Terrors geworden sind, und allen anderen Menschen aus der Stadt, die Opfer neonazistischer Gewalt wurden. Wir wünschen dem verletzten Antifaschisten, der gleichzeitig unser Genosse und Freund ist, von Herzen viel Kraft und eine baldige sowie gute Genesung.

Solidarität praktisch werden lassen!
Der antifaschistische Kampf geht weiter!