Heraus zur Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration 2017!

Weder linke Traditionspflege noch Nostalgie: Verbreitet unseren Aufruf zur Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration 2017 und nehmt daran teil!

Für Sonntag, den 15. Januar 2017 mobilisieren wir als Antifaschistische Aktion Burg zusammen mit dem Roten Aufbau Hamburg und dem Roten Aufbau Rhein/Ruhr zur alljährlichen Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration nach Berlin. Unter dem Motto „Gemeinsam gedenken – Gemeinsam kämpfen!“ wollen wir dabei zum einen nicht nur den damaligen Führungspersönlichkeiten der kommunistischen Bewegung gedenken sondern auch allen Menschen, welche ihr Leben im Kampf gegen die Faschisten ließen und für eine sozialistische Gesellschaft einstanden. Gleichzeitig wollen wir unser Gedenken mit den derzeitigen praktischen kämpfen verbinden und im Sinne von Rosa, Karl und Lenin den revolutionären Prozess vorantreiben.

Beteiligt euch deshalb an unserer Mobilisierung zur LLL-Demo und fahrt mit nach Berlin. Kommt in den antimilitaristischen/antifaschistischen Block!

LLL-Demonstration | So, 15. Januar 2017 | 10 Uhr | Frankfurter Tor | Berlin

Material: Den Aufruf bekommt ihr zum verteilen in gedruckter Form und kann in Burg abgeholt oder per Mail bestellt werden!

Aufruf von Antifaschistische Aktion Burg [AAB], Roter Aufbau Hamburg, Roter Aufbau Rhein/Ruhr:

Gemeinsam gedenken – Gemeinsam kämpfen!
Heraus zur Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration!

Am 15. Januar 2017 jährt sich zum 98. Mal die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht – Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und Teil der revolutionären Arbeiterbewegung – durch reaktionäre Freikorpssoldaten in Berlin. Jedes Jahr demonstrieren deshalb Tausende zur Gedenkstätte der Sozialisten, um Ihnen zu Gedenken. Das Gedenken an Luxemburg, Liebknecht aber auch Lenin – welcher wenige Jahre nach Rosa und Karl, im Januar 1924 starb – ist dabei für uns weder eine linke Traditionspflege noch gehen wir aus Nostalgie auf die Straße. Vielmehr steht der Kampf von Luxemburg, Liebknecht und Lenin gegen imperialistische Kriege und soziale Angriffe im Mittelpunkt unseres Gedenken. Ihr gemeinsames Ziel, die Überwindung des Kapitalismus und die Schaffung einer sozialistischen Gesellschaft, ist bis heute aktuell geblieben. Daran zu erinnern, heißt den revolutionären Prozess voranzutreiben sowie den Kampf für eine Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung aufzunehmen.

Imperialismus bekämpfen heißt Kapitalismus abschaffen!

Das aktuelle imperialistische Stadium des Kapitalismus schafft eine Welt von Krisenherden, da die verschiedenen Player um Einflussgebiete konkurrieren. In letzter Zeit haben die Konflikte um Libyen, den Irak und Syrien größere Flüchtlingsströme nach Europa ausgelöst. Die Bevölkerung vor Ort wird zum Spielball fremder Interessen und gegeneinander aufgehetzt. Die Menschen in den betroffenen Regionen werden dann vor die Frage gestellt: Krieg und Tod oder alles aufgeben um zumindest ihr Leben zu retten. Nach einer Tortur durch verschiedene Länder kommen sie in Deutschland an und werden dann von Neonazis im Bündnis mit einem Bürgermob durch die Straßen gejagt.

Auch Flüchtlinge aus anderen Regionen dieser Welt, die nicht vor Krieg fliehen, kommen nicht wegen des schönen Wetters nach Deutschland, sondern weil der faulende Kapitalismus ihre Lebensgrundlage zerstört. Deutschland ist zwar nicht das Armenhaus der Welt, aber es trägt in den meisten Regionen dieser Welt dazu bei, dass die einheimische Ökonomie kaputt gewirtschaftet wird. Es kann keine Lösung der Flüchtlingsprobleme in dieser Welt geben, denn der Kapitalismus wird immer Krieg und Elend produzieren.

Die aktuellen Krisen steigern das Potenzial einer rechten Bewegung. Sie könnte die vielen kleinen Männer und Frauen abholen, die trotz Vollzeitarbeit und Mindestlohn dennoch am Existenzminimum vegetieren und denen der Sündenbock des Flüchtlings vorgesetzt wird. Die Angst vor mehr Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt für gering qualifizierte Jobs steigt mit jedem ankommenden Flüchtling. Damit können die Menschen durch das System weiter gegeneinander ausgespielt werden, denn so lange die Menschen nicht die Konkurrenz an sich aufheben, wird das Problem der Angst vor sozialem Abstieg fortbestehen.

Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen, verdient ein Großteil der Menschen in Deutschland trotz stetig steigender Produktivität immer weniger und muss sich mit zusätzlichen Nebenjobs über Wasser halten, damit am Ende des Monats zumindest noch etwas Kohle da ist. Darüber hinaus sind rund 25% der Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren armutsgefährdet. Auf der anderen Seite steigt der Reichtum der oberen 10% stetig an.

Wir erleben einen verschärften Klassenkampf von oben, dem ein entschlossener Klassenkampf von unten entgegengesetzt werden muss. Obwohl wir in schlechten Arbeitsplätzen ausgebeutet werden, uns zu Wucherpreisen gammeliger Wohnraum vermietet wird und wir ständig gegeneinander aufgehetzt werden, wurde der soziale Friede hierzulande nicht von unten aufgekündigt. Dies gilt es zu ändern. Indem wir es schaffen, ein Klassenbewusstsein in der Gesellschaft wieder zu stärken, uns zusammenzutun und eine Gegenmacht aufzubauen, erst dann können wir auch mal wieder austeilen und dem kapitalistischen System empfindliche Hiebe verpassen.

Rot sehen – G20 entern!

Wenn sich Anfang Juli 2017 die Regierungschefs der 19 wichtigsten „Industrie- und Schwellenländern“ sowie die EU, ihre Finanzminister, Zentralbankvertreter und Vorsitzende von IWF, EZB, Weltbank und andere zum G20-Gipfel in Hamburg treffen, dann kommen die führenden Player des kapitalistischen System zusammen. Ihre Aufgabe besteht zweifellos darin, das finanzielle Interesse ihrer Wirtschaftskonzerne durchzusetzen und damit den Zugang zu Rohstoffen, Handelswegen und Märkten frei zu machen.

Wenn sich die 20 Staatschefs abgeschottet von einem riesigen Polizeiaufgebot treffen, wollen sie Hamburg zur einer Festung des Kapitals machen. Eine Festung, deren Tore mit zehntausenden Polizisten geschützt wird. Die geplante „lückenlose“ Kameraüberwachung findet ihre Ergänzung in riesigen Gefahrengebieten und Sicherheitszonen. Nebenbei ist jetzt schon davon auszugehen, dass die Bundeswehr mit Kampfflugzeugen und anderem Kriegsgerät in Hamburg eingesetzt werden wird. Für uns bedeutet der Gipfel mehr Cops, mehr Überwachung, Einschränkung unserer Grundrechte und die Stilllegung der Stadt, damit die Herrschenden um die Welt pokern können. Die Befugnisse der Polizei und der Geheimdienste werden uns auch noch dem Gipfel noch quälen.

Bei diesem Gipfel steht Hamburg im Mittelpunkt des Weltgeschehens und bietet deshalb auch die Möglichkeit unseren Hass auf dieses System in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein System, welches tagtäglich unsere Lebensbedingungen verschlechtert, damit einige Wenige immer mehr haben. Ein System, welches durch Waffenexporte Kriege schürt und damit Flucht und Elend produziert. Dieses System wird also niemals in unserem Interesse funktionieren. Der Kampf um eine bessere Welt beginnt weder mit diesem Gipfel, noch wird er damit enden. Er bietet aber die Möglichkeit, uns zu organisieren und einen spürbaren Widerstand auf die Straße zu tragen, der mehr als eine Randnotiz sein wird.

Nichts und niemand ist vergessen!

Damals wie heute waren revolutionäre Bewegungen, welche das Ziel einer Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung verfolgten, Repression des Gegners ausgesetzt. Im Kampf gegen Staat und Kapital wurden (und werden) viele GenossInnen verhaftet, gefoltert und ermordet. Wir wollen deshalb während der LLL-Demo nicht nur den Führungspersönlichkeiten der kommunistischen Bewegung Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg oder Wladimir Iljitsch Lenin gedenken, sondern auch all den anderen Menschen, die ihr Leben im Kampf gegen die Faschisten und für eine bessere Welt gelassen haben sowie für eine sozialistische Gesellschaft einstanden. Exemplarisch wollen wir hier kurz vier vorstellen:

Walter Bohne (1903-1944) war ein begeisterter Sportler, der sich schon früh der kommunistischen Jugend in Burg (bei Magdeburg) anschloss und sich später in der KPD organisierte. Er war – nachdem er 1928 nach Hamburg zog – Mitbegründer der Roten Sportbewegung und in verschiedenen kommunistischen Widerstandsgruppen aktiv. Mehrfach wurde Bohne von den Faschisten verhaftet und schließlich am 05. Januar 1944 von drei Gestapobeamten bei seiner erneuten Festnahme in Hamburg erschossen.

Erika Ilse Etter (1922-1945) kämpfte mit ihrem Ehemann dem Kommunisten Werner Etter in der Hamburger Widerstandsgruppe „Etter-Rose-Hampel“. Nach dem der Verräter Herbert Lübbers eine Flucht fingierte, wurde fast ihre komplette Familie wegen Beihilfe zur Fahnenfluch festgenommen. Kurz darauf verstarb ihr Sohn Jan im Mai, nur wenige Tage später wurde sie 1944 ohne Prozess und Anklage von den Faschisten verhaftet. Als Hamburg kurz vor der Übergabe an die Engländer stand, wurde Etter in das KZ Neungamme gebracht und wenig später dort mit einem Stein erschlagen.

Grete Humbach (1905-2005) trat schon im jungen Alter der sozialistischen Arbeiterjugend bei und wurde 1931 Mitglied der KPD. Während der NS Diktatur war sie an der Gründung der Kölner Gruppe „Nationalkomitee Freies Deutschland“ (NKFD) beteiligt. Im Jahr 1944 wurde die Gruppe zerschlagen, Grete und andere Antifaschistinnen wurden festgenommen. Mehrere GenossInnen starben in der Gestapo-Haft, Grete selbst kam später bei ihrer Verlegung in ein Konzentrationslager frei. Sie engagierte sich in der Folgezeit in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Nach dem KPD Verbot 1956 wurde sie nun diesmal von der bürgerlichen Klassenjustiz verfolgt und gegen sie mehrfach wegen „Geheimbündelei“ und „Staatsgefährdung“ ermittelt.

Hermann Matern (1893-1971) war Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates während der Novemberrevolution 1918 und späterer KPD-Vorsitzender in Burg (bei Magdeburg). Im Februar 1933 nahm er u.a. gemeinsam mit Ernst Thälmann an der vom Zentralkomitee der KPD einberufenen Tagung im Sporthaus Ziegenhals teil, um zu beraten, wie der Kampf gegen die faschistische Diktatur am wirksamsten zu führen sei. Kurz darauf organisierte er den illegalen Widerstandskampf der Partei gegen die Faschisten und wurde im Juni 1933 verhaftet, konnte wenig später aber fliehen und emigrierte daraufhin in die Sowjetunion. Gemeinsam mit weiteren KommunistInnen kehrte Matern im Mai 1945 nach Deutschland zurück und war seit 1946 Mitglied des Parteivorstandes bzw. des ZK der SED.

100 Jahre Oktoberrevolution – Organisiert euch und kämpft!

Vor hundert Jahren stand die Welt stehen, denn die bisherige Gesellschaft zerbrach in Europa an ihrem schwächsten Glied. Russland war ein rückschrittliches Land, die Menschen waren Kriegsmüde, Hungersnöte wechselten sich ab und so bröckelte die Herrschaft des Zaren. Die Bolschewiki forderten in dieser Situation „Brot und Frieden“, so konnten sie mit einer konkreten Forderung die Menschen hinter ihrem revolutionären Projekt sammeln. Als die Massen erstmal die Macht ergriffen hatten, blieb es nicht mehr nur bei Brot und Frieden, denn die Möglichkeit war nun gegeben die Menschheitsgeschichte um ein weiteres Kapitel voran zu bringen.

Der Marxismus als Theoriegebilde wurde nun zum Leben erweckt, die sich in der Praxis stellenden Fragen mussten dringend beantwortet werden und wichen von theoretischen Diskursen ab. Stück für Stück wurde versucht die Menschheit zu befreien. Auch wenn Fehler und geschichtliche Gegebenheiten zum Untergang dieses ersten Versuches führten, so hat es dennoch viele Errungenschaften ermöglicht und schließlich allen gezeigt, dass eine sozialistische Revolution erst möglich ist, wenn wir uns organisieren. Erst wenn wir erkennen, dass kein spontanes auflodern einer Bewegung uns zum Ziel führt, sondern eine langfristige und straffe Organisierung und eine kontinuierliche revolutionäre Praxis, erst dann sind wir im Stande die Welt aus den Angeln zu heben.

Gemeinsam gedenken – Gemeinsam kämpfen!
Für einen revolutionären Aufbauprozess!
Für den Kommunismus!

Kommt zum antimilitaristischen/antifaschistischen Block auf der Luxemburg-Liebkecht-Lenin Demonstration!

Sonntag, 15. Januar 2017 | 10 Uhr | Frankfurter Tor | Berlin