Anklage gegen Nazischläger von Gerwisch erhoben!

Nun ist es soweit. Acht Monate nach dem Überfall durch Neonazis auf eine Geburtstagsfeier in Gerwisch (Jerichower Land) hat die Staatsanwaltschaft Stendal Anklage gegen fünf Männer erhoben. Die zwischen 21 und 30 Jahre alten und zum Teil bereits straffällig gewordenen Neonazis werden gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Der Fall wird am Amtsgericht Burg verhandelt.

Was geschah in Gerwisch?
Kurz vor 00.00 Uhr, am 21.Oktober 2006 stürmten etwa 30 vermummte Neonazis den Raum des Gemeindezentrums in Gerwisch, prügelten wahllos auf Gäste der Feier ein und zerstörten das Inventar. Der eigentliche Vorfall begann schon einen Tag früher. Am Freitagabend, dem 20.Oktober, wurde eine Band, welche auch am besagten Abend spielen sollte, von 4 vermummten Nazis aufgesucht. Diese forderten die Bandmitglieder auf, zu sagen, wer die Antifa Aufkleber im Ort klebe und das bis zum nächsten Tag, ansonsten würde es Ärger geben. Die Bandmitglieder riefen die Polizei, als diese dann auftauchte, waren die 4 Nazis schon weg. Die Polizei reagierte auf den Anruf mit den Worten: Wenn so etwas noch mal vorkommen sollte, müsst ihr den Einsatz bezahlen. Am anderen Tag kam es dann auch so, dass die Party in Gerwisch von etwa 30 Nazis angegriffen wurde. Dabei kamen etwa 15 der Angreifer durch die Eingangstür, „Sieg Heil“ rufend, hineingestürmt. Sie zerstörten dabei alles, was ihnen im Weg stand und begaben sich zu den Fenstern, um diese zu öffnen, damit weitere 10-15 Nazis in den Raum gelangen konnten. Die alarmierte Polizei kam mit einem Wagen, stellt sich vor das Gemeindehaus und wartete auf Verstärkung. Sie unternahmen nichts, sondern blieben in ihrem Auto, so konnte auch ein Großteil der Nazis ungehindert wieder losgehen. Nachdem die Verstärkung gekommen war, weigerten diese sich einen Krankenwagen zu holen, um Verletzten zu behandeln. Doch das war noch nicht alles! Das zuständige PD Stendal wollte zuerst den Fall unter den Tisch kehren und selbst am 26.10.2006 behauptete der Überfall auf die Punkband am Vorabend hätte nicht statt gefunden. Dieser Vorfall in Sachsen-Anhalt ist nur einer von vielen, die in Sachsen-Anhalt leider von Nazis ausgehen.