Antirassistische Demonstration in Burg.

Am Donnerstag, den 25.September 2008 demonstrierten etwa 60 Menschen unter dem Motto „Solidarität mit Nico und Daniela! – Sofortige Aufenthaltserlaubnis für Nico!“ durch Burg. Die Demonstration wurde von der Antirassistische Initiative e.V. und der Flüchtlingsinitiative Brandenburg organisiert, in Zusammenarbeit mit der Antifaschistischen Aktion Burg.

Zur Demonstration…
Um ca. 12:00 Uhr setzte sich der Aufzug in Richtung Bahnhofstraße in Bewegung. Parallel dazu versuchten etwa 20 Neonazis die Demonstration aus einen gegenüberliegenden Park zu stören. Als die Demo an der Ecke Bahnhofstraße/Stadthalle ankam, versuchten die Neonazis an die Demonstration zu gelangen – dies gelang ihnen allerdings nicht. Nachdem die Demo etwa 100m weiter lief versuchten die Neonazis von einem Parkplatz aus erneut zu der antirassistischen Demonstration vorzudringen. Dabei wurden diese von der Polizei eingekesselt. Als die Demonstration die Schartauer Straße (Haupteinkaufsstraße) erreichte, verbot die Polizei durch diese Straße zu laufen – wie schon bei der Antifa-Demo 2007 in Burg.



So ging es über die Blumenthaler Straße, Grünstraße, Bruchstraße und Kammacherstraße zum Markt. Dort kam es zu einer Auseinandersetzung mit der Polizei. Einem Antifaschisten wurde, ein Fahnenstock von der Polizei entwendet, da dieser angeblich ein Schlaggegenstand darstellen sollte. Die darauffolgende Personalienfeststellung wurde versucht von den DemoteilnehmerInnen zu verhindern. Daraufhin drohte die Polizei mit einer Auflösung der Demonstration. Nach etwa 10 Minuten konnte die Demo, über die Jacobistraße Richtung Ausländerbehörde weiterziehen. Dort angekommen wurde ein Redebeitrag der Flüchtlingsinitiative Brandenburg durch den Lautsprecherwagen verlesen. Frau Streblow – die für die Situation von Nico verantwortlich ist war allerdings nicht da, diese hatte sich kurzfristig Urlaub genommen. Nachdem die Redebeiträge verlesen waren und lautstark für die Aufenthaltserlaubnis für Nico vor der Ausländerbehörde demonstratiert wurde, ging es zurück zum Bahnhof. Dort fand dann auch die Abschlusskundgebung statt. Etwa 200m davon entfernt waren wieder die Neonazis zu sehen, die am Anfang der Demo versucht haben zu stören. Diese standen vor einer Kneipe, umringt von einigen Polizisten. Antifaschisten, die versuchten gegen die dortigen Nazis lautstark zu protestieren, wurden von der Polizei willkürlich daran gehindert. Sogar das schwenken von Fahnen wurde untersagt. Nachdem sich die Antifas nicht entfernten, wurden Platzverweise ausgesprochen.

Neonazis die versuchten die Demonstration zu stören:

Polizeitaktik – wenn es denn eine gab…
Eine räumliche Trennung von Demo und Neonazis um eine störungsfreie Route zu verschaffen, war nicht die Taktik der Polizei. So waren in Burg maximal 40 Polizei-Beamte eingesetzt. Diese Leiteten den Verkehr, „begleiteten“ die Demo und versuchten – mit nicht viel Einsatz (wie auch nicht anders zu erwarten) Nazis von der Demonstration fern zu halten. Dennoch waren genügend Polizisten vor Ort um das kleben von Aufklebern, aktive Proteste gegen Nazis oder durch einige Straßen wie der Schwartauer Straße zu laufen zu verhindern. Vom Anfang bis Ende der Demo war die Polizei völlig überfodert – dennoch war diese sich nicht zu dumm antirassistischen und antifaschistischen Protest so klein wie möglich zu halten. In einer Stadt wie Burg, 40 Polizisten einzusetzen um eine störungsfreie Demo zu garantieren ist mehr als nur lächerlich. Dies zeigt einmal mehr den Willen der Polizeiführung rechte Aktiviäten zu verhindern. Dennoch war diese Situation keine neue in der Stadt. Deshalb heißt es nicht erst jetzt – einen starken antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren.

Fazit
Dafür das die Demo an einem Donnerstag und sehr früh stattfand, sind wir mit der Teilnehmerzahl zufrieden. Mit der Demo konnten erneut ein Zeichen gegen Rassismus und Faschismus in Burg gesetzt werden. Das Frau Streblow sich an diesem Tag Urlaub nahm sehen wir als Zwischenerfolg – somit werden wir unsere Proteste gegen die Ausländerbehörde und für eine Aufenthaltserlaubnis Nicos weiter führen.

Die Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg, Mia Sommer erklärt zum Schluss: „Wie der gestrige Tag wieder zeigte, können und wollen wir uns nicht auf Politik, Polizei oder Zivilgesellschaft verlassen. Nur ein offensiver Linksradikaler Antifaschismus fernab von Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus kann die Zustände in Burg und anderswo verändern.“