Erfolgreiche Antifa-Aktionen gegen Naziaktivitäten!

Rund um den 17. August (Todestag des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess) kam es in den letzten Jahren in Burg (Sachsen-Anhalt) immer wieder zu Neonaziaktivitäten. Diese beliefen sich in den Vorjahren zum Großteil darauf, dass Aufkleber oder Plakate von Neonazis angebracht wurden oder es zu Sprüh- und Flugblattaktionen kam. Außerdem wollten diese im Jahr 2009 einen sogenannten „Flashmob“ durchführen, um Hess zu gedenken, was allerdings von etwa 50 Antifaschist_innen verhindert werden konnte. Da man auch in diesem Jahr davon ausgehen konnte, dass die zum Teil ziemlich geschwächte Neonaziszene in Burg versuchen wird Aktionen rund um den 17. August durchzuführen, riefen lokale Antifaschist_innen schon im Vorfeld dazu auf wachsam zu sein und entschlossen gegen Neonazis und deren Aktivitäten vorzugehen.

Antifaschistische Aktionen verhindern massiv Naziaktivitäten!
Schon am Sonntag (12. August 2012) wurden von Antifaschist_innen Papierschnippsel im Bezug auf Rudolf Hess in der Innenstadt von Burg entdeckt und entfernt. In den darauffolgenden Tagen waren immer wieder eine Vielzahl von Menschen in der Stadt unterwegs, um schon im Vorfeld Aktivitäten von Neonazis zu unterbinden. So wurde beispielsweise in der Nacht vom 16. zum 17. August 2012 mehrere bekannte Neonazis im Bereich des Bahnhofs gesehen, die allerdings schnell verschwanden als diese auf Antifaschist_innen trafen. Diese führten einen Eimer sowie eine Tüte bei sich, in denen vermutlich Plakate waren, denn kurz nachdem diese gesehen wurden klebten eine Handvoll Rudolf Hess Plakate in der Gegend. Diese waren in diesem Jahr mit den Namen „Nationale Sozialisten Jerichower Land“ unterschrieben. Ebenfalls war in dieser Nacht die Polizei mit verschiedenen Zivilfahrzeugen in der Stadt unterwegs. Diese entfernten allerdings keine Nazipropaganda sondern Plakate mit antifaschistischen Inhalten und nahmen von vereinzelten Linken die Personalien auf. In der darauffolgenden Nacht waren dann wieder Neonazis in der Stadt unterwegs. Auch dieses mal konnten diese von Antifaschist_innen schnell entdeckt werden, sodass es ihnen nicht gelang ihre Propaganda zu verbreiten. In den folgenden Tagen blieb in der Stadt alles ruhig und es tauchten keine weiteren Plakate oder Schnipsel in Bezug auf Rudolf Hess auf.

„Nazis haben Namen und Adresse“ – Outings in der Stadt!
Wie man Indymedia-Linksunten entnehmen konnte, kam es neben der Verhinderung von Naziaktivitäten zu mehreren Outings von Neonazis in Burg. So wurden im Stadtteil Burg-Süd, der immerwieder im Mittelpunkt von Neonaziaktivitäten steht, mehrere Neonazis mit Flugblättern und Plakaten geoutet. In der Innenstadt kam es zu einen weiteren Outing. Außerdem wurde eine weitere Person als aktives Mitglied der regionalen Neonaziszene in ihrer Nachbarschaft geoutet. Laut Flugblättern traf es die geouteten Neonazis nicht zufällig. Alle fünf sind seit Jahren in den Neonazistrukturen in Burg aktiv und verantwortlich für eine Vielzahl von Propagandaaktivitäten in den letzten Wochen. Dazu versuchte ein Teil der Neonazis antifaschistische sowie antirassistische Veranstaltungen in Burg zu stören und nahm immerwieder an rechten Aufmärschen in ganz Deutschland teil. Schon in der Vergangenheit kam es in Burg immerwieder zu Outings von Neonazis um diese aus der Anonymität zu reißen und somit ihr Umfeld auf ihr menschenverachtendes Weltbild aufmerksam zu machen. Indem die Anwohnerinnen und Anwohner für das Thema sensibilisiert werden, erfolgt ein erster Schritt, den Neonazis Rückzugsräume zu nehmen. Denn diese müssen im Alltag ständig zu spüren bekommen, dass sie unerwünscht sind und dass ihre menschenverachtende Ideologie auf Ablehnung stößt. Denn die Erfahrung zeigt, dass Neonazis nur dort lange bleiben, wo sie ungestört sind.

Weiterhin gilt: Keine Ruhe für Nazis in Burg oder anderswo!
In den letzten Tagen konnten wir erneut zeigen, dass Neonazis in Burg keine Ruhe haben werden und auf deren Aktivitäten entsprechend reagiert wird. So machte das Zusammenspiel von Öffentlichkeitsarbeit, die im Vorfeld auf die bevorstehenden Aktivitäten von Neonazis aufmerksam machte, und direkten Aktionen, die zum Teil die Aktivitäten der Faschisten be- und verhinderte es ihnen für dieses Jahr unmöglich, Aktivitäten im Bezug auf den Todestag von Rudolf Hess durchzuführen. Dazu wurden durch die Nazi-Outings mehrere aktive Neonazis aus der Anonymität gerissen und das Straßenbild in der Stadt wurde wieder massiv antifaschistisch gestaltet. Somit sind wir, was die antifaschistische Intervention gegen die schon geschwächte regionale Neonaziszene angeht, zufrieden und es zeigte sich erneut, dass nur eine kontinuierliche antifaschistische Praxis, die zum einen die Nazis angreift und zum anderen ihre Strukturen analysiert und öffentlich thematisiert, Erfolg haben kann. Deshalb kann und wird es auch in Zukunft für uns heißen:

Antifa heißt Angriff! Nazistrukturen aufdecken und angreifen!