Genthin: Spontandemo gegen Naziterror!

Am Samstag, dem 21. November 2009 fand in Genthin (etwa 20km von Burg entfernt) eine kraftvolle und lautstarke Demonstration mit etwa 70 Personen statt. Grund für die Demo war ein Versuch von acht Neonazis in das „Irish Pub“ – eine Kneipe, in der sich hauptsächlich Linke und alternative Jugendliche aufhalten, einzudringen. Ebenfalls wurden die Morde durch Nazis in Russland thematisiert.

Genthin, die Kleinstadt im Jerichower Land gehört neben Burg zu den Orten, wo die meisten Aktionen von Neonazis stattfinden. Neben Konzerten finden dort regelmäßig Propagandaaktionen statt und nachdem das „Nationale Jugendzentrum“ Mitte 2008 von der Polizei geschlossen wurde, sind die Nazis auf der Suche nach einem neuen Objekt. Als Ausweichort diente die Tanzbar „Neue Welt“. Als dies durch Antifaschist_Innen öffentlich gemacht wurde, hörten auch dort die Konzerte auf. Seitdem versuchen regionale Neonazis immer wieder Linke und alternative Jugendliche anzugreifen – was ihnen zum Teil auch gelingt. Der Versuch in das „Irish Pub“ Ende Oktober einzudringen, stellt ein Höhepunkt der Aktivitäten dar. Nur durch antifaschistische Selbsthilfe wurde ihnen der Zutritt verwehrt. Dabei wurden 6 Personen verletzt. Eine derartige Aktion ist nicht nur eine Aktion gegen die Kneipe, sondern gegen die ganze Szene!

Unter dem Motto „Fight Back! Organisiert die Autonome Antifa!“ demonstrierten aus diesem Grund etwa 70 Personen durch Genthin. Von einem Park aus ging es durch die Innenstadt von Genthin. Dabei wurden Flyer an Bürgerinnen und Bürger verteilt, die auf die Situation in Genthin und den Morden in Russland aufmerksam machen sollten. Begleitet von Böllern und anderen Dingen, ging es durch die Brandenburger Straße, der Querstraße und der Jahnstraße zu einem Einkaufszentrum, wo sich zu diesem Zeitpunkt Neonazis aufhalten sollten. Nach etwa 20 Minuten folgte dann auch der erste Polizeiwagen. Dieser beschränkte sein Handeln darin, der Demo hinterher zu fahren und Verstärkung anzufordern. Als die Demo am Bahnhof ankam entschloss man sich durch die Unterführung in den südlichen Teil der Stadt zu gehen. So konnte die Polizei der Demo auch nicht weiter folgen. In dem südlichen Teil angekommen, versuchten dann zwei Personen vom Staatsschutz aus Burg die Demonstration zu stoppen. Dies gelang ihnen nicht, sodass die Demo weiterlaufen konnte. In einem Plattenbaugebiet angekommen, nahm das Polizeiaufgebot stetig zu – mehrere Einsatzwagen fuhren vor und hinter der Demo. Ein Polizeiwagen der vor der Demo fuhr, wurde daraufhin angegriffen. Kurze Zeit später bewegte sich die Demo wieder in Richtung Innenstadt. Nun, nach etwa 1,5 Stunden kam auch eine Hundertschaft der Landespolizei Sachsen-Anhalt in Genthin an. Daraufhin wurde die Demonstration am Bahnhof beendet. Die Polizei nahm dort von den Leuten die sie noch kriegen konnten die Personalien auf. Zu einer Festnahme kam es an diesem Tag nicht.

Die Demonstration, an der sich etwa 70 Personen beteiligten, ist klar als Erfolg zu werten. Antifaschistische Perspektiven konnten öffentlich in Genthin vermittelt werden. Den Neonazis wurde erneut gezeigt, dass es für sie kein ruhiges Hinterland gibt – egal ob in Burg, Genthin oder dem übrigen Jerichower Land!

Kein Angriff bleibt unbeantwortet! Naziterror Stoppen!

Im folgendem noch ein paar Demo-Bilder von uns:
(Zum vergrößern, raufklicken)