Innenministerium will Fanvereinigung verbieten

Wie die Magdeburger Volksstimme in seiner Ausgabe vom 20. März meldete, plant das Innenministerium offenbar ein Verbot einer Fangruppierung des 1. FC Magdeburg. Die Gruppe mit dem Namen „Blue White Street Elite“ („B.W.S.E“)charakterisiert Innenstaatssekretär Rüdiger Erben gegenüber Radio mdr1 als“eine Mischung aus gewaltenbereiten Fußballfans und rechtsmotivierten Straftätern“. Den Mitgliedern werden zahlreiche Köperverletzungen, sowie Landfriedensbruch zur Last gelegt. Die rund 60 meist vorbestraften Mitgliedersollen sich zum großen Teil aus Mitgliedern ehemaliger rechtsextremer Kameradschaften aus dem Jerichower Land zusammensetzen. Erst am 29. Februar sollen Aktivisten der B.W.S.E. dabei gewesen sein, als in Genthin ein Skinheadkonzert organisiert werden sollte. Außerdem sollen sie am gleichen Abend eine Körperverletzung vor der Disco „Nightfly“ in Burg begangen haben, sowie weitere Discotheken im Jerichower Land terrorisieren.

Dass aber die Gäste und Betreiber des „Nightfly“ sich sicher nicht von einer rechtsextremen Gruppierung abgestoßen, geschweige denn „terrorisiert“ fühlen, dürfte ein Blick in Rubrik „PartyPics“ auf der Homepage des „Nightfly“ beweisen. Neonazis aus dem gesamten Jerichower Land kommen hier jedes Wochenende zum feiern her und stellen ihre fremdenfeindliche und antisemitische Einstellung offen zur Schau. Viele „terrorisierten“ Besucher tragen hier nach Beobachtungen von Antifaschiten_innen seit April 2006 so ziemlich alle in derrechten Szene üblichen Klamotten. Es findet sich Kleidung mit Aufdrucken wie“Hatecore“, „Hate Society“, „Consdaple“, „Ultima Thule“, „Good Night Left Side“, „14 words“, Anti-Antifa Shirts in verschiedenen Variationen, „Odin statt Jesus“, „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“, „Weiße Aktivisten Jerichower Land“, „All Jews are bastards“, „Fuck America“, „Kameradschaft – Aus Liebe zur Heimat“,“Masterrace“, „Blue Eyed Devils“, „Eighty-Eight“, „Angry Aryans“, „Too white for you“ etc., darüber hinaus T-Shirts der Nazi-Bands „Race Riot“ und „Legion of Thor“, sowie Kleidung von „Thor Steinar“, sowohl mit altem, wie auch mit neuem Logo. Die Grenze des Legalen dürften darüber hinaus 2 „Gäste“ überschritten haben, die im Mai und Juni 2006 ganz offen mit ihren T-Shirts „Ruhm und Ehreder Waffen SS“(am 20.05.2006), sowie einem Shirt mit der Aufforderung „Support28″(am 17.06.2006), womit die Nachfolgeorganisation des verbotenen „Blood and Honour“ Netzwerkes gemeint ist, für die Fotografen der „PartyPics“ posierten.Das Gleiche gilt für „Gäste“, die regelmäßig beim Zeigen des Hitlergrußes fotografiert werden, wie zuletzt geschehen am 3. November 2007. In derKommentarfunktion der Seite müssen sich dann Leute, die sich gegen den Hitlergruß aussprechen, Dinge anhören wie „Naja im Fly nichts neues!“ oder“kann da etwa jemand keinen spass ab????“ (Rechtschreibung im Original, vgl. hier)


„Partybilder“ dokumentieren auf der Seite der Lokalität „Nightfly“ ettliches an rechtsextremen Schick. Die Palette reicht dabei von rechtsoffen bis strafbar. Bild: www.nightflyburg.de

Unter diesen Besuchern finden sich regelmäßig auch Aktivisten der „Blue White Street Elite“, die ebenfalls für die Rubrik „PartyPic“ posieren.Verwunderlich ist darüber hinaus jedoch, dass die Vereinigung, obwohl sie seiteiniger Zeit durch die Polizei beobachtet wird, im Juni letzten Jahres beim Sommerturnier des 1. FC Magdeburg mitspielen durfte. Auch die Fußball-Szeneselbst diskutiert über das Verbot. So vergleicht der Nutzer „Ehle-Stromer“ im Forum des 1. FCM das mögliche Verbot der rechten Vereinigung in sarkastischer Weise mit den ethnischen Säuberungen unter Stalin, wenn er schreibt: „Bei der nächsten Verfehlung dieser Truppen alle rein in einen Waggon und dann ab ins Arbeitslager nach Sibirien. Bei minus 40 Grad und Wolfsgeheul in der Nacht kann man sich dann überlegen ob man für die Zivilisation eigentlich tauglich ist“(vgl. hier).Und der Nutzer „S2kT68m“ halluziniert eine Verschwörung der Medien indem er behauptet: „leider sind 90% der Bevölkerung total naiv und glauben den Schmutz der in den Medien breit getreten wird, traurig aber wahr“ (ebd.)

Die Gruppe, die T-Shirts mit martialischem Aufdruck wie „Blue White Street Elite“ samt Zusatz wie „Action Group“ oder „Support your local fight club“ und einer weißen Faust mit dem Zusatz „ACAB“ trägt, soll bereits im April verbotenwerden. Dies wäre das erste Vereinsverbot in Sachsen-Anhalt. „es soll wiedermal ein exempel statuiert werden“ (Fehler im Original), kommentiert dies ein Forumsnutzer.