Kraftvolle Spontandemo in Burg!

Für den 17. August 2009 riefen Neonazis bundesweit zu sogenannten „Flashmobs“ auf, die an den Nazi-Verbrecher Rudolf Hess erinnern und gegen die Verbote von „Hess-Gedenkmärschen“ protestieren sollten. In Burg wollten sich die Neonazis um 19.30 Uhr auf dem Markt, gegenüber der Burg-Information treffen. Dagegen fand ein kraftvolle Spontandemonstration mit 50-60 Personen statt!

17. August – Jedes Jahr die gleiche Scheiße!
Seit mehreren Jahren ist rund um dem 17. August vermehrt mit Neonaziaktivitäten zu rechnen. Grund ist der Todestag von Rudolf Hess. Hess wurde 1946 in den Nürnberger Prozessen zu lebenslanger Haft verurteilt und in das Militärgefängnis Spandau gebracht. Dort began er 1987 Suizid. Seitdem versuchen Neonazis diesem regelmäßig zu gedenken. Vom Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre und von 2001 bis 2004 fanden alljährlich im bayrischen Wunsiedel Aufmärsche mehrerer tausend Alt- und Neonazis zum Gedenken an den Hitlerstellvertreter Rudolf Hess statt, der dort begraben liegt. Diese Aufmärsche sind seit 2005 verboten und noch immer ist ein Verfahren dazu am Bundesverfassungsgericht anhängig. Bis heute versucht der Hamburger Nazianwalt Jürgen Rieger die Naziaufmärsche in Wunsiedel rechtlich durchzusetzen – bislang vergeblich.

Wo war der „Nationale Widerstand“?
Groß wurde es angekündigt, bundesweit sogenannte „Flashmobs“ zu organisieren um dem Hitlerstellvertreter Rudolf Hess zu gedenken. Doch daraus wurde nichts. Den ganzen Tag über ließen sich keine Neonazis am Markt sehen. Ab 16 Uhr stand dann auch das erste Polizeiauto auf dem Markt. Als die Spontandemo losging und etwa 19.15 Uhr den Markt erreichte, waren immernoch keine Nazis zu sehen – somit entschloss man sich die Demo weiterzuführen. Auch in der Innenstadt war nichts vom „Nationalen Widerstand“ zu sehen, welcher Burg öfters als seine Stadt ausruft. Nach etwa einer Stunde fuhren ab und an Autos mit vereinzelten Neonazis aus weiter Entferung vorbei, um sich die Demo anzuschauen. Dies war auch alles was die Nazis an diesem Tag geschafft haben. Das wie in den Vorjahren massive kleben von Aufklebern und Plakaten fand in diesem Jahr auch nicht statt. Alles in allem war der Tag für die Nazis ein Reinfall.

Antifaschistischer Protest ist als Erfolg zu werten!
Mit der gestrigen (17.08.09) Spontandemo konnten wir erneut ein Zeichen gegen Neonazis in der Stadt setzen. Mit der Route durch die Innenstadt vorbei an Cafes und Kneipen war die Außenwirkung der Demo auch sehr gut. Zuvor verteilten AntifaschistInnen in der Innenstadt Flugblätter die über den gestrigen Tag aufklären sollten. Während der Demonstration wurden pyrotechnische Dinge gezündet, das Vermummungsverbot umgangen und Neonazipropaganga in Form von Aufklebern beseitigt. Die Polizei, die an diesem Tag massiv in der Stadt präsent war, war nicht in der Lage die Demonstration zu stoppen. Mehrmals wurden Polizisten weggedrängt und es wurde weiter gelaufen. Nach etwa 45 Minuten beschränkte sich die Polizei darauf die Demo mit 2 Polizeifahrzeugen zu begleiten. In der Magdeburger Chaussee soll es allerdings noch zu einen Vorfall mit einem Neonazi gekommen sein – daraufhin wurden zwei AntifaschistInnen festgenommen. Während der Festnahme gab es massiven Widerstand der Demo-Teilnehmer gegen die Polizei, so dass diese schnellstmöglich Verstärkung anforderte. Die Festgenommenen wurden auf das Revier in Burg gebracht und konnten nach zwei Stunden dieses wieder verlassen. Das wir bis zu 60 Personen in kürzester Zeit auf die Straße brachten, werten wir als vollen Erfolg.

Antifaschistische Strukturen stärken!
Burg ist nicht „eure“ Stadt – Merkt euch das!

Im folgendem noch ein paar Bilder von uns:
(Zum vergrößern, raufklicken)