Pressemitteilung (Burg, 20. Februar 2016):
Nach rechter „Mahnwache“ in Burg: Neonazis greifen Wohnhaus an

Zu gewalttätigen Neonaziaktionen ist es am Freitagabend, 19. Februar 2016, in Burg (Sachsen-Anhalt) gekommen. Zunächst hatten sich etwa 25 Rechte an einer „Mahnwache“ gegen angebliche linke Gewalt versammelt. Der Kundgebungsort war provokativ in unmittelbarer Nähe des Wohnortes eines Antifaschisten gelegen. Obwohl dies der Polizei bekannt war, wurde die dortige Anmeldung genehmigt. Im Anschluss griffen mehrere Neonazis ein Wohnhaus in der Oberstraße an und beschädigten dabei das Eingangstor.

Unter den Teilnehmern der „Mahnwache“ und dem darauf folgenden Angriff befanden sich mehrere Personen, die im Internet unter dem Namen „Burg gegen Asylmissbrauch“ rassistische Hetze verbreiten und bereits zu mehreren rechten Aufmärschen in der Kreisstadt des Jerichower Landes mobilisiert hatten. Zu den Protagonisten zählen Ingo Zimmermann, Kandidat der neonazistischen Splitterpartei „Die Rechte“ zur kommenden Landtagwahl, sowie Steve M. Beide waren am Freitagabend zunächst bei der „Mahnwache“ gesehen worden, M.im Anschluss daran auch bei dem Angriff. Gemeinsam mit etwa 15 weiteren Rechten durchstreifte M. zudem die Innenstadt, um vermeintliche AntifaschistInnen anzugreifen. Das war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach passiert, teils unter Beteiligung von Hooligans. Bereits am Freitag vor einer Woche hatten Neonazis schon einmal versucht, sich gewaltsam Zugang zum Haus in der Oberstraße zu verschaffen.

Mia Sommer, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg [AAB], erklärt zu den zunehmenden Neonaziaktivitäten:

„Die sogenannte Mahnwache war ein Einschüchterungsversuch. Bei dem Versuch blieb es dann nicht, wie der nachfolgende Angriff zeigt. Unsere Solidarität gilt den Bewohnerinnen und Bewohnern des betroffenen Hauses. Es handelt sich um den vorläufigen Höhepunkt der in den vergangenen Wochen wieder zunehmenden rechten Gewalt in Burg. Dass es bisher keine Verletzten gab, ist nicht etwa der Polizei zu verdanken – sondern einzig und allein dem entschlossenen Widerstand lokaler Antifaschistinnen und Antifaschisten. Sie konnten bisher alle Angriffe abwehren. Wir rechnen jedoch mit weiteren Übergriffen und rufen daher auf, wachsam zu sein und einen antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren.“