Nazikonzert in Genthin – Punkkonzert verboten

Eine Presseinformation der Antifaschistischen Aktion Burg vom 06.November 2008

Am Freitag, dem 31.Oktober 2008 kam es in Genthin (Jerichower Land) erneut zu einem Konzert von etwa 100 Neonazis. Schon am 23.Februar 2008 fand in Genthin ein ähnliches Konzert, ebenfalls mit etwa 100 Neonazis statt. Nachdem Mitte des Jahres der Club, in dem das Konzert und andere rechte Veranstaltungen stattfanden geschlossen wurde, wurde das jetzige Konzert als Privatparty in einer Diskothek getarnt. Rechsrock Bands wie White Society, Cynic, Preussenstolz und Vae Victis traten dabei auf. Die Polizei – die in einer Pressemitteilung zwar schrieb, dass sie ein Konzert der rechten Szene aufgelöst hatten, lies in Wahrheit erst das Konzert beenden und somit konnten alle Bands ungestört spielen. Zum Schluss wurden von 21 Personen die Personalien aufgenommen.

Nachdem die Polizei sich nicht in der Lage sah das Konzert zu unterbinden, ist es umso erschreckender, dass ein alternatives Konzert, welches am 8.November 2008 in Burg stattfinden sollte, dem Veranstalter gestern (5.11.08) untersagt wurde. Begründet wurde dieses Verbot damit, dass keine Polizeikräfte zur Verfügung ständen, da diese am 9.November in anderen Orten eingesätzt werden müssten. Die Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg, Mia Sommer erklärt dazu: „Das Verbot des Konzertes zeigt leider, das antifaschistische & alternative Veranstaltungen immer wieder von der Stadt und Behörden behindert oder sogar verhindert werden. Dabei sind solche Veranstaltungen wichtig, um Jugendlichen eine Perspektive und eine Alternative zu den wachsenden neonazistischen Umtrieben in Burg und dem Jerichower Land zu geben. Um so trauriger ist es, dass gegen Veranstaltungen und Treffen von Neonazis nur unauszureichend vorgegangen wird.“ Sommer weiter: „Wir fordern eine sofortige Rücknahme des Verbots von den zuständigen Behörden.“