Nichts ist vergessen und niemand!

Am 08. Mai 1945 kapitulierte das nationalsozialistische deutsche Reich bedingungslos vor den Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Deutschland war endlich von den Truppen der Anti-Hitler-Koalition eingenommen, nachdem dem deutschen Vernichtungskrieg in ganz Europa und dem industriellen Massenmord in den Konzentrationslagern der Nazis Abermillionen Menschen zum Opfer gefallen waren. Somit wurde der Terror gegen die politischen GegnerInnen, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und alle anderen, die nicht dem nationalsozialistischen Weltbild entsprachen oder sich widersetzten, zerschlagen. Der 8. Mai 1945 war für alle Menschen, die noch von der Mord- und Unterdrückungsmaschinerie Nazideutschlands bedroht waren und für alle, die in Gegnerschaft zu ihr standen, ein Tag der Befreiung.

08. Mai 2011

In vielen Orten finden sich alljährlich am 08. Mai Menschen zusammen, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu Gedenken und die Befreiung vom deutschen Faschismus zu feiern. So fand in diesem Jahr in der Innenstadt von Magdeburg eine Kundgebung unter dem Motto „Wer nicht feiert hat verloren“ statt. In Burg wurde unter dem Motto „Nichts ist vergessen und niemand!“ eine Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal durchgeführt. Auch Neonazis versuchten in diesem Jahr den Tag für sich einzunehmen. Eine Anmeldung eines Aufmarsches in Salzwedel wurde allerdings durch das parallel stattfindende Hopfenmarkt und der Friedensfahrt verboten und auf den 14. Mai 2011 verlegt. Somit unternehmen Neonazis erneut den versuch, in Salzwedel aufzumarschieren und wollen, wie schon 2009 in Burg aktiv Geschichtsrevisionismus betreiben.

14. Mai 2011

Da eine Anmeldung für den 08. Mai 2011 verboten wurde, entschieden sich die Neonazis ihren Aufmarsch unter dem Motto „08. Mai – Wir feiern nicht!“ auf den kommenden Samstag, den 14. Mai 2011 zu verlegen. Organisiert wird dabei das ganze von den sogenannten „Freien Nationalisten Altmark West“ und der „Freien Kräfte“ aus Burg. Schon im Jahr 2009 fand in Sachsen-Anhalt ein ähnlicher Aufmarsch statt. Damals versammelten sich etwa 300 Neonazis aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen in Burg und verbreiteten ihr menschenverachtendes Weltbild. Das es zu fast keinen antifaschistischen Protest an dem Tag kam und somit die Neonazis ungestört durch die Stadt liefen lag daran, das diese den Aufmarsch nur Intern beworben hatten und erst zwei Tage vorher dies bekannt wurde. Für Salzwedel mobilisieren die Neonazis dagegen öffentlich und antifaschistische, linksradikale und zivilgesellschaftliche Gruppen und Initativen ruft dazu auf, den Aufmarsch zu verhindern.