NPD in Burg: „Nun hat es endlich geklappt“

Am 20. März 2011 finden in Sachsen-Anhalt die Landtagswahlen statt. Dabei versucht die NPD mit einer noch nie dagewesenen Materialschlacht über die 5% Hürde zu kommen. In Burg wurde ihr Wahlkampf in den letzten Wochen jedoch massiv gestört. Gestern (07.03.2011) war es dann soweit – die ersten Plakate wurden unter massiven Schutz von Neonazis aus Mecklenburg Vorpommern und dem Südharz aufgehangen.

Wahlkampf der NPD zu den Landtagswahlen

Dem erklärten Ziel, den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt lässt sich die NPD ziemlich was kosten. So wurden nach eigenen Angaben 104000 Wahlplakate produziert und über 1 Million Wahlkampfzeitungen gedruckt. Desweiteren fahren mehrere Lautsprecherfahrzeuge durch Sachsen-Anhalt um spontane Kundgebungen durchzuführen und mit Lautsprecherdurchsagen in den jeweiligen Regionen Werbung für die Partei zu machen. Um den Wahlkampf der NPD durchzuführen wurden außerdem mehrere NPD Abgeordnete aus Mecklenburg Vorpommern und anderen Bundesländern zur Unterstützung nach Sachsen-Anhalt geholt. Holger Apfel (Vorsitzender der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag) übernahm sogar die Wahlkampfleitung.

Kaputte Autos – verletzte NPDler – Wahlkampf in Burg

Da in der Region die sogenannten „Freien Kräfte“ keine Arbeit der NPD übernehmen und es seit jahren schlecht organisierte bis gar keine NPD Strukturen gibt mussten für den Wahlkampf Personen von außerhalb rangeholt werden. So veritten sich am 11. Februar 2011 drei NPDler aus Mecklenburg Vorpommern, unter ihnen der Schweriner Landtagsabgeordnete Tino Müller um Wahlplakate aufzuhängen. Das dieses Vorhaben mit einem aufendhalt im Krankenhaus und einem zerstörten Auto endete, damit hatten wohl auch die NPDler nicht gerechnet. Infos dazu hier.

Nachdem es in den darauffolgenden Wochen wieder ruhig wurde und die paar aufgehangen Plakate entfernt wurden gab es am Samstag, den 05. März 2011 den nächsten Versuch in Burg Wahlkampf zu betreiben. Dieses mal ausgestattet mit Wahlkampfzeitungen begannen mehrere NPDler ihre Tour durch die Stadt um diese in den Briefkästen zu werfen. Dieses Vorhaben endete, laut Polizeimitteilung allerdings ebenfalls frühzeitig und einige NPDler fuhren mit ziemlichen schmerzen nach Hause.

„Jetzt zeigen wir es denen“

Am Montag, dem 07. März 2011 war es dann soweit. Man konnte es sich einfach nicht nehmen lassen in der Stadt seine Wahlkampfplakate aufzuhängen. Doch im gegensatz zu den vorherigen Versuchen war man dieses mal besser vorbereitet. So begannen mehrere NPDler gegen 23:00 Uhr auf der Magdeburg Chaussee mit dem Aufhängen von Plakaten. Dabei sicherten zwei Transporter mit mehreren Neonazis die Aktion ab. Ein Transporter der NPD fuhr etwa 50 Meter vor dem eigentlichen Plakatierfahrzeug und ein Transporter etwa 50 Meter dahinter. Desweiteren fuhr mindestens ein Fahrzeug mit Neonazis in der Umgebung rum. An der Kreuzung Zerbster Chaussee/Corad Tack Ring hingen etwa vier Neonazis die Plakate auf und ungefähr zehn weitere sicherten dies. Ebenfalls waren mehrere Polizisten in mehreren Zivilstreifen vor Ort. Gegen 1.30 Uhr war die Aktion der NPD beendet.

Informationen zu den Autos:

Plakatierfahrzeug – weißer Transporter – Kennzeichen: SAW – D – 203
1. Schutzfahrzeug – roter VW Transporter – Kennzeichen: LWL – TK – 307
2. Schutzfahrzeug – roter VW Transporter – Kennzeichen: MSH – XF – 982

Ob sich dieser Aufwand gelohnt hat wird sich zeigen. Zumindest war ein Teil der aufgehangen Plakate heute schon entfernt oder zerstört.