PM: Nazigewalt nach dem Osterfeuer in Burg!

Pressemitteilung (Burg, 21. April 2014): Nazigewalt nach dem Osterfeuer in Burg – Nazis zogen durch die Stadt und griffen Menschen an, bemalten mehrere Gebäude sowie eine Autobahnunterführung und versuchten in eine Wohung einzudringen!

Am Samstag, dem 19. April 2014, fand auf der Kolkwiese in Burg (Sachsen-Anhalt) das jährliche Osterfeuer statt, von wo aus etwa 15 Nazis durch Burg zogen und dabei mindestens einen Menschen durch Schläge und Tritte verletzten. Wenig später bemalten sie mehrere Gebäude in der August-Bebel-Straße, Bahnhofsstraße und Martin-Luther-Straße, versuchten weitere Menschen anzugreifen und in eine Wohnung einzudringen. An der Autobahnabfahrt Burg-Ost wurde die Losung „Heil Hitler“ angebracht. Obwohl bekannt ist, dass das Osterfeuer in Burg immer wieder Ausgangspunkt für Naziaktivitäten ist und in der Nacht auf den 20. April stattfand, dem 125 Geburtstag Adolf Hitlers, griff die Polizei nicht ein. Nur durch einen antifaschistischen Selbstschutz konnten weitere Angriffe verhindert werden.

Gegen 23:30 Uhr bewegte sich die Gruppe der Nazis vom Osterfeuer in Richtung Innenstadt, wobei diese im Flickschuhpark einen Menschen erst bedrohten und anschließend mit mehreren Schlägen ins Gesicht und Tritten gegen den Körper verletzten. Wenig später wurde ein Teil dieser Gruppe in der August-Bebel-Straße gesehen, wie sie mit einer Farbrolle die Zahlen „125“ an mehrere Wände malten – gemeint sein sollte damit wohl der 125 Geburtstag von Adolf Hilter. Gegen 01:30 Uhr versuchten die gleichen Nazis dann, in die Wohnung eines Menschen, der sich offen gegen Nazis in der Stadt engagiert, einzudringen. Dabei schlugen und traten sie über mehrere Minuten gegen die Eingangstür, konnten allerdings nicht in das Haus gelangen.

In den vergangenen Monaten und Wochen war es bereits es zu ähnlichen Aktivitäten der Nazis in Burg gekommen. So besprühten sie über vier Wochen lang ganze Straßenzüge, Außenmauern von Kirchen oder das sowjetische Ehrenmal mit Parolen und Symbolen. Auch das Wohnhaus eines Antifaschisten wurde mit einer Drohung besprüht und wenig später, in der Nacht vom 02. auf den 03. April 2014, dessen Fensterscheiben eingeworfen.

Obwohl die Polizei seit Wochen mit verschiedenen Unterstützungseinheiten aus Sachsen-Anhalt vor Ort ist und auch nachts Zivilpolizisten sich durch die Stadt bewegen, gelang es ihr bisher nicht, die derzeitigen Naziaktivitäten zu unterbinden. Vielmehr werden Antifaschist_innen, die sich gegen die Nazigewalt die regelmäßigen Einschüchterungsversuchen wie zuletzt nach dem Osterfeuer zur Wehr setzen, von der Polizei kriminalisiert. So wurden in den letzten Wochen vermehrt Menschen daran gehindert, die Nazisprühereien in der Stadt zu entfernen und persönliche Gegenstände beschlagnahmt, die bis heute nicht wieder ausgehändigt wurden.

Mia Sommer, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg [AAB], erklärt zu den aktuellen Ereignissen Folgendens: „Dass in der Nacht vom 19. auf den 20. April 2014 eine größere Gruppe von Nazis über mehrere Stunden quer durch die Stadt ziehen konnte mit dem Ziel, andere Menschen anzugreifen und einzuschüchtern, schockiert schon lange niemanden mehr in Burg. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es wieder zu ähnlichen Aktionen kommt. Solange die Stadt und Polizei nicht erkennen, dass es in Burg ein massives Problem mit Nazis und deren Gewalt gibt, wird sich an dieser Situation auch nichts ändern.“

Da für viele Menschen die Polizei schon lange keine Option mehr bei Naziangriffen ist, werden wir am kommenden Freitag, dem 25. April 2014, mit einer öffentlichen Veranstaltung in Burg über die derzeitige Nazigewalt informieren und wie man sich am besten dagegen zur Wehr setzen kann.

Für Rückfragen stehen wir gerne unter folgender Mailadresse zur Verfügung: a-a-burg@riseup.net

Mit freundlichen Grüßen,

Antifaschistische Aktion Burg [AAB]


Foto: A2 Abfahrt Burg-Ost