PM: Naziterror in Burg geht weiter – Stadt ignoriert das Naziproblem!

Pressemitteilung (Burg, 05. April 2014): Fensterscheiben eines Antifaschisten in Burg eingeworfen – Stadt schweigt weiterhin zu den derzeitigen Naziaktivitäten – antifaschistisches Flugblatt veröffentlicht!

In der Nacht vom 02. auf den 03. April 2014 wurden mehrere Fensterscheiben eines Gebäudes in der Martin-Luther-Straße in Burg (Sachsen-Anhalt) von zwei Nazis eingeworfen die im Anschluss daran in Richtung Wilhelm-Külz-Straße flüchteten. Der Angriff galt einem Bewohner des Hauses, der sich in der Stadt antifaschistisch engagiert und deshalb zum Ziel der Nazis wurde. Schon in den vergangenen Woche wurde dieses Wohnhaus von den Nazis mit Parolen wie „Wir kriegen euch Zecken“ besprüht womit der Betroffene eingeschüchtert werden sollte.

Ähnliche Parolen die dazu aufrufen Antifaschist_innen in der Kreisstadt des Jerichower Landes anzugreifen finden sich seit Anfang März 2014 an vielen Stellen. In mehreren Nächten wurden ganze Straßenzüge, Außenmauern von Kirchen oder das sowjetische Ehrenmal besprüht und an unzähligen Stromkästen hinterließen die Nazis ihre Spuren. Dabei ist Anhand der verwendeten Farben sowie einer identischen Schrift von den gleichen Nazitäter_innen auszugehen. Obwohl nur sehr wenige Nazis aus Burg dafür verantwortlich sein können und wir in einer Pressemitteilung vom 21.03.2014 schon darauf hingewiesen hatten, wurden die Nazis bis heute nicht ermittelt.

Anstatt intensiv zu ermitteln, setzt die Polizei wie üblich auf Abschreckung durch massive Präsenz in der Stadt um weitere Sprühereien der Nazis zu verhindern. Dazu sind hauptsächlich in den Abendstunden verschiedene Polizeieinheiten aus Sachsen-Anhalt vor Ort die u.a. in den letzten Tagen mehrere Antifaschist_innen verfolgten und zum Teil kriminalisierten indem diese und auch deren Fahrzeuge durchsucht wurden. Außerdem ist zu beobachten, dass Jugendliche die sich Abends/Nachts durch Burg bewegen willkürlich zum Ziel von Polizeikontrollen werden und somit viele Menschen in der Stadt unter Generalverdacht gestellt werden, etwas mit den Nazisprühereien zu tun zu haben.

Die Stadt wiederrum bleibt sich ihrer Linie treu und schweigt wie auch in der Vergangenheit zum Naziproblem und den damit verbundenen Aktivitäten in Burg. Es scheint als ob es den verantwortlichen die in vier Jahren die Landesgartenschau ausrichten wollen egal ist, ob Sprühereien der Nazis die ein Ausmaß von mehr als einhundert Parolen und Symbolen angenommen haben, in Burg zu sehen sind bzw. waren. Denn war es zum Großteil nicht die Stadt sondern engagiert Bürger_innen und Antifaschist_innen die sich die Mühe machten die Propaganda zu entfernen.

„Wir haben uns nicht mit den betroffenen Bürger_innen deren Wände besprüht wurden in Verbindung gesetzt und an vielen Stellen in Burg die Nazisprühereien entfernt weil es uns um das Image der Stadt geht die sich gern als weltoffen präsentiert sondern weil wir als autonome Antifaschist_innen es als notwendig ansehen, den Nazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie keinen Raum zu geben.“ erklärt Mia Sommer, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion Burg [AAB] dazu. Sommer weiter: „Wenn erst ein Wohnhaus von Nazis mit einer Drohung besprüht werden kann und anschließend mehrere Fenster eingeworfen werden einzig und allein aus dem Grund weil dort ein Mensch wohnt der sich offen gegen Nazis ausspricht, dann ist es an der Zeit den Faschisten mit den unterschiedlichsten Mitteln deutlich zu machen, dass ihr handeln massive Konsequenzen nach sich ziehen wird!“

Um zumindest weitere Nazisprühereien vorzubeugen, wurden in den letzten Tagen in Burg mehrere hundert Flugblätter verteilt die zum einen sich kurz mit den Nazis aus der Stadt auseinandersetzen die in den letzten Jahren immer wieder für solche Aktivitäten verantwortlich waren und zum anderen darauf hinweisen, dass wir auch in Zukunft unsere Hilfe bei der Beseitigung von Nazipropaganda den Betroffenen anbieten werden.

Für Rückfragen stehen wir gerne unter folgender Mailadresse zur Verfügung: a-a-burg@riseup.net

Mit freundlichen Grüßen,

Antifaschistische Aktion Burg [AAB]