Erhalt und Pflege des sowjetischen Ehrenmals!

Im Zuge der Vorbereitungen für die Landesgartenschau (LAGA) 2018 in Burg wird nicht nur jetzt schon viel in der Stadt gebaut, sondern es kommt auch wieder die Diskussion auf, ob das sowjetische Ehrenmal beseitigt werden soll. Folgend wollen wir uns deshalb kurz dazu äußern:

Fast jede/r kennt es und viele haben dort oder in dessen Nähe einen Teil ihrer Kindheit verbracht: Das sowjetische Ehrenmal mit dem T-34 Panzer in der Nähe des Goetheparks in Burg. In den 60er Jahren erbaut ist es ein Zeichen für die Befreiung vom Nationalsozialismus, dem Millionen von Menschen zum Opfer fielen. Die Rote Armee, die nicht nur die Stadt Burg am 05. Mai 1945 befreite, sondern auch die Hauptlast im Kampf gegen Nazideutschland und den damit entscheidenden Anteil am Sieg geleistet hatte, hatte ebenfalls die meisten eigenen verletzten und getöteten Menschen zu beklagen. Deshalb ist es nur logisch, dass den Verletzten und Getöteten der Roten Armee ein Ehrenmal für ihren Kampf gegen den Faschismus gesetzt wurde und dieses auch 68. Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkriegs und damit dem Ende der sys­te­ma­ti­schen Ver­nich­tung von Men­schen,­ die nicht in das Weltbild der Faschisten passten, nicht an seiner Wichtigkeit verloren hat.

Schon kurz nach der Annexion der Deutschen Demokratische Republik (DDR), war in Burg davon die Rede, den T-34 Panzer, der bis heute mit seinem Gefechtsrohr nach Westen zeigt, zu demontieren und das übrige Gelände umzugestalten. Da dies aus den unterschiedlichsten Gründen zur damaligen Zeit nicht möglich war, gab es in den Jahren darauf im Stadtrat immer wieder die von zum Teil CDU nahen Personen angeregten Diskussionen über den weiteren Verbleib des sowjetischen Ehrenmals. Da diese Diskussionen nicht den gewünschten Erfolg hatten und nun das Gelände auf dem sich das Ehrenmal befindet in den Bebauungsplan für die Landesgartenschau (LAGA) einbezogen ist, scheinen einige Menschen die Möglichkeit zu sehen, das Ehrenmal endlich zu beseitigen.

Dass der CDU-Fraktion im Stadtrat von Burg solche Ehrenmäler, aber auch Menschen des antifaschistischen und revolutionären Widerstands, ein Dorn im Auge sind, zeigten allein die letzten Wochen. So versuchten Fraktionsmitglieder mit Unterstützung der FDP, wie schon in den Jahren 2007/2008, die Max-Hoelz-Straße in Burg umzubenennen. Im Stadtrat wurde dafür geworben und versucht in Zeitungsartikeln Max Hoelz als Gewalttäter darzustellen. Federführend in der ganzen Sache war dabei, wie man der Volksstimme entnehmen konnte, Dr. Udo Vogt, der nichts Geringeres als der Vorsitzende des Fördervereins für die Landesgartenschau (LAGA) ist. Die geplante Straßenumbenennung scheiterte zum Schluss daran, dass die Anwohnerinnen und Anwohner eine Unterschriftensammlung anfertigten, die sich gegen einen Umbenennung aussprach.

Anstatt sich Gedanken zu machen, ob und wie man das sowjetische Ehrenmal beseitigen kann, sollte ein Teil des Geldes was für die Landesgartenschau (LAGA) zur Verfügung steht dafür genutzte werden, die fehlenden Tafeln am Ehrenmal wieder anzubringen und die Beschädigungen und Schmierereien zu entfernen. Denn für uns und viele weitere Menschen in Burg ist das Ehrenmal mit seinem T-34 Panzer das, als das es auch errichtet wurde: Ein Zeichen für die Zerschlagung Nazideutschlands und ein Ehrenmal für die sowjetischen Soldatinnen und Soldaten, die im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben ließen.

Sollte es in der Zukunft tatsächlich zu einer Beseitigung des sowjetischen Ehrenmals in Burg kommen, werden wir dies nicht unbeantwortet lassen und rufen schon jetzt dazu auf, wie bei der geplanten Straßenumbenennung Unterschriften zu sammeln und sich gegen eine eventuelle Beseitigung des Ehrenmals auszusprechen, sowie dessen Pflege in die eigenen Hände zu nehmen!