»Ernst Thälmann unvergessen! Auf in den Kampf gegen Reaktion und Faschismus!«

Eine Woche nach der Machtübergabe an Hitler und der Errichtung der offenen faschistischen Diktatur in Deutschland versammelten sich am 7. Februar 1933 etwa 40 Mitglieder des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zu einer beschlossenen Tagung des ZK im Lokal „Sporthaus Ziegenhals“. Die illegale Tagung des Zentralkomitees der KPD war zusammengekommen, um zu beraten, wie der Kampf gegen die faschistische Diktatur am wirksamsten zu führen sei.

Ernst Thälmann analysierte in seiner „Ziegenhalser Rede“ die neu entstandene Lage nach dem 30. Januar 1933 und den Klassencharakter der faschistischen Diktatur, die politischen und sozialen Auswirkungen nach Innen und die wachsende Kriegsgefahr nach Außen. Er bereitete seine Genossinnen und Genossen auf den bevorstehenden Terror, aber auch auf den erforderlichen Widerstandskampf, mit dem Ziel des Sturzes der Nazis, vor. Sein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Zusammenführung aller notwendigen gesellschaftlichen Kräfte und der Aktionseinheit der Arbeiterklasse – einer Verstärkung, aber zugleich auch Fortsetzung der antifaschistischen Arbeit der KPD der vorangegangenen Jahre. Es sollte Thälmann´s letzte Rede sein bevor ihn die Nazis verhafteten und später im KZ-Buchenwald ermordeten.

20 Jahre nachdem sich das Zentralkomitee der KPD im „Sporthaus Ziegenhals“ versammelte, wurde am 07. Februar 1953 in diesem die „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ eingeweiht. Durch die zahlreichen Dokumente, Fotos, Plakate, Aussprüche und Zitate, die an diesem historischen Ort hauptsächlich in sieben Glasvitrinen ausgestellt wurden, erhielt man einen Zugang zur gesellschaftlich-politischen
Situation, vor allem zwischen 1929 bis 1933, und dem Kampf und Wirken der KPD.

Nach der Annexion der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) 1990 übernahm die Treuhand, später ihr Nachfolger, die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) die Gedenkstätte, versteigerte diese im Jahr 2002 und der neue Eigentümer ließ diese von der Denkmalliste streichen um sie im Mai 2010 abzureißen.

Mit der Kundgebung soll deshalb deutlich gemacht werden, dass der Kampf gegen Reaktion und Faschismus sowie für den Wiederaufbau der Gedenkstätte nicht an Bedeutung verloren hat. Ernst Thälmann ist und bleibt unvergessen.

Sonntag, 27. April 2014 | 11 Uhr | ehm. ET-Gedenkstätte (Seestraße 27) | Ziegenhals

Redner_innen: Wilfried Handwerk (berichtet über die Ukraine), DIDF-Jugend (DIDF – Föderation demokratischer Arbeitervereine, Berlin), Antifaschistische Aktion Burg [AAB]