Naziaktivitäten im Jerichower Land

Zurzeit sind die Aktivitäten der Nazis aus dem Raum Jerichower Land, hauptsächlich in Burg sehr gestiegen.

Hier eine kleine Zusammenfassung:
Im Jerichower Land gibt es schon seit Jahren eine, mal mehr, mal weniger, starke Naziszene. Seit 2005 kann man allerdings sagen, dass die Nazis immer aktiver werden und auch brutaler. Das sieht man an übergriffen auf Menschen, die nicht in ihr beschränktes Weltbild passen. So wurden die Montagsdemonstrationen in Haldensleben zum Großteil von diesen Personen gestört und die Demonstrierenden angegriffen. Danach versammelten sich regelmäßig bis zu 40 Nazis in Burg, um in den Flickschuhpark zu gehen. Dort halten sich hauptsächlich alternative und linken Jugendliche auf. Diese werden von den Neonazis bedroht und fotografiert! Es kommt auch nicht selten zu körperlichen Angriffen seitens der Nazis gegen die, im Park sich aufhaltenden Leute. Am Pfingstmontag, dem 5.6.2006 versammelten sich dort ca. 60 Nazis um „Fußball gegen Links“ zu spielen. Erst vor kurzem wurden 5 Punks im Flickschuhpark bedroht und aufgefordert sich mit den anwesenden Nazis zu schlagen. Als die Punks nicht drauf eingingen, wurde ein Radio beschädigt und gedroht, dass sie innerhalb von 10min mit noch mehr Leuten kommen würden.

Den Skatern wird zugeredet, dass sie sich nicht mit Antifas oder anderen linken Menschen einlassen sollen, da es sonst Ärger bekämen würden. Der Angriff auf eine Geburtstagsfeier in Gerwisch, war der traurige Höhepunkt der Gewalttaten. Bei dem Angriff waren ca. 30 Nazis beteiligt. Alle waren hauptsächlich aus dem Jerichower Land. In der Nacht vom 20.03. zum 21.03.2007 wurde in Burg ein Chinesisches Restaurant mit dem Spruch „Go home!“ und ein Wahlbüro der CDU mit den Sprüchen wie: „Ihr Heuchler-Fickt euch“ besprüht! In der Schartauer Straße in Burg war zu lesen „Antifaschisten eure Tage sind gezählt, wir kriegen euch alle“.

In der Diskothek „Nightfly“ halten sich auch regelmäßig bis zu 30 Nazis auf, dort werden neue Kontakte geknüpft. Es wird miteinander getrunken, rechte Parolen skandiert und auf dem Shirt oder anderen Kleidungsstücken ungestört rechte Zeichen oder Sprüche zur Schau gestellt.

Doch nicht nur körperliche Angriffe gehen von ihnen aus, so wurden am 19. August 2006 Aufkleber von dem Kriegsverbrecher Rudolf Hess in ganz Burg geklebt, die ihn als Helden und Friedensflieger darstellten. Zwei Monate davor wurden Aufkleber geklebt, die Sprüche wie „Noch lachst du Zeckensau“ oder „Die Antifa kreativ hinrichten“ beinhalteten. Sehr viele Aufkleber die an die Bombardierung Dresdens erinnern sollten wurden in der Nacht zum 13.Februar 2007 in Burg geklebt. Aufkleber vom „Freien Widerstand“ werden wöchentlich in Burg gesichtet und beseitigt.

Am Freitag, dem 16.März 2007 fuhren 20 Nazis nach Schkeuditz, bei Leipzig, um gegen Kinderschänder zu Demonstrieren. Als sie um 23.36 Uhr in Burg ankamen, wurden 3 Punks am Burger Bahnhof angegriffen. Die Nazis brachten aus Schkeuditz viele Aufkleber mit, die sie in derselben Nacht noch in ganz Burg klebten. Auch Flugblätter, mit Menschenverachtenden Inhalten, werden in Briefkästen geworfen.

Ihre Strukturen sind ausgebaut und sie haben regionale und überregionale Kontakte zu anderen Nazis. Es zeigt sich auch an ihrer regen Teilnahme an rechten Demonstrationen. So beteiligten sie sich am 1.Mai und am 3. Oktober 2006 bei Demos in Leipzig, zu denen der bundesweit bekannte Nazi Christian Worch aufgerufen hatte. Doch nicht nur bei diesen beiden Veranstaltungen waren Nazis aus dem Jerichower Land um ihre nationalsozialistische Gedanken zu verbreiten und gegen Andersdenkende zu hetzen. Am 18.11.2006 fuhren 40-45 Nazis mit einem Reisebus nach Seelow zum angeblichen „Heldengedenken“. Sie waren auch am 30.Dezember 2006 in Salzwedel wo die „Freien Nationalisten-Altmark West“ unter dem Motto „Für Meinungsfreiheit – Gegen Polizeiwillkür“ zu einer Demonstration aufgerufen hatten, die dann aber dank antifaschistischer Gegenwehr zum Teil behindert und auch verkürzt wurde. Am 13. Januar 2007 fuhren 25 in Schwarz gekleidete Nazis nach Magdeburg zu einer Demonstration um angeblich der Bombardierung Magdeburgs zu Gedenken, dabei stellten sie deutsche Täter als Opfer dar und betrieben abstrusen Geschichtsrevisionismus. Samstag, dem 24. Februar 2007, fuhren 15 Nazis aus Burg nach Hildesheim zu einer Demonstration, zu der Christian Worch aufgerufen hatte. Am 10.März 2007 waren diese Personen auch in Salzwedel um zuerst eine Kundgebung vor dem Polizeirevier und danach noch ein Konzert unter dem Motto „Rock gegen Polizeiwillkür“ zu veranstalten. Das Konzert wurde allerdings verboten.

Bei diesen Demonstrationen, die in Deutschland jedes Wochenende irgendwo stattfinden, werden menschenverachtende Ideologien verbreitet und untereinander Kontakte geknüpft.

Wir müssen zeigen, dass wir uns damit nicht abfinden wollen und werden und ein starkes Gegengewicht zu den Faschisten aufbauen.